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Sie alle heissen Indianer
 

...wer kennt ihn nicht, den edlen Wilden? Wenn wir Europäer den Begriff Indianer hören, verbinden wir damit meistens eine schlanke, durchtrainierte Erscheinung im Federkopfschmuck, welche stolz und frei von jeder Angst auf einem prächtigen Pferd dahergeritten kommt; oder einen wenig bekleideten Mann mit roter Farbe im Gesicht, der in wilder Ekstase um ein riesiges Feuer tanzt. Vielleicht sehen einige durch Costner´s "Der mit dem Wolf tanzt" u.ä. auch das verwitterte Gesicht eines alten Mannes und das ruhige Gesicht einer "Squaw" vor sich. Aber viele denken dabei immer noch an den stets umherstreifenden, Büffel jagenden Plains- (Prärie-)indianer. Die Namen Winnetou, Sitting Bull, Red Cloud haben wir alle zumeist gehört, auch die Stammesbezeichnungen wie Apachen, Dakota, Mohikaner, Irokesen, Huronen, Cheyenne, Comanchen und Blackfeet sind uns durch die Indianerliteratur vertraut.
Aber wer kennt die Nongati in Nordkalifornien, die Cahuilla in Südkalifornien, die Eyak - ein Stamm an der nördlichen Pazifikküste, die Dog-Rib-Indianer im Norden, die Kaska im nordwestlichen Kanada? ....sie alle sind Indianer und lebten nicht von der Büffeljagd. Eben diese Büffel- (Bison)kultur war  eigentlich nur die Folge der Besiedlung durch die Weissen (und der Verbreitung des Pferdes) und leider von kurzer Dauer. Viele Stämme dieser Kultur waren ehemalige Waldlandindianer, die durch die ständige Westwanderung der Invasoren aus ihren bisherigen Lebensräumen verdrängt wurden waren. Der Indianer Nordamerikas ist nicht nur der Indianer des Westens. Die Hunderte von Eingeborenenkulturen Amerikas unterscheiden sich mehr oder weniger durch die Art ihrer Wirtschaftsform, durch ihre Sprache, durch ihr Aussehen, ihr soziales Gefüge, Brauchtum und Religion.
Wenn wir also vom Indianer reden (bzw. schreiben), müssen wir genau solche Unterscheidungen machen wie z.B. bei den Europäern, wo sich auch die Italiener von den Schweden, die Deutschen von den Russen, Holländer von Portugiesen unterscheiden.
Das Wort Indianer ist zu einem Begriff geworden, der nur verdeutlichen kann, daß es sich um Menschen zwischen dem nördlichen und dem südlichen Polarmeer und zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean handelt.
Aufgrund der vielen Wanderungen seit Betreten des neuen Kontinents, lassen sich die Eingeborenen Amerikas kaum in geographische Gruppen einteilen und dies zu einem Unterscheidungsmerkmal machen.









Aufgrund der vielen Wanderungen der Eingeborenen Amerikas seit Betreten des neuen Kontinents lassen sie sich kaum in geographische Gruppen einteilen, so daß dies nicht als Unterscheidungsmarkmal dienen kann.
Ein Unterscheidungsmerkmal aber sind z.B.die Sprachgruppen, wobei Sprachgruppe nicht immer gleich eine Kulturgruppe ist, denn "Stämmme", die dieselbe Sprache sprechen sind oft durch die oben erwähnten Wanderungen und Vertreibungen territorial und kulturell auseinandergesplittet worden. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Navajos und Apachen aus der Sprachgruppe der Athapasken. Ihre Sprachangehörigen erscheinen auf den Landkarten Nordamerikas fast ganz auf den Nordwesten konzentriert, mit Ausnahme eben dieser beider Stämme in Neu Mexico.
In Nordamerika allein gibt es ca. 200 verschiedene Sprachen, die in mehr als 50 Sprachgruppen eingeteilt werden können.
Zu den grossen Sprachfamilien gehört die schon erwähnte der Athapasken. Sie reichte einst vom Norden bis nach Mexico, vom Pazifik bis zur Hudson Bay. Zu ihren Vertretern zählen: - Chipewyan, Jäger zwischen dem Grossen Sklaven-See und der Hudson Bay
- die Haida, ein überwiegend vom Fischfang lebender Stamm an der Nordwestküste
- der in Kanada und Alaska von der Jagd auf Karibu, Elch und Hirsch lebende Stamm der Kutchin
- die der Plainskultur zugehörigen Sarsi
- die sesshaften Navajo, die im Südwesten Nordamerikas Bodenbauer waren, aber das Jagen und Sammeln z. T. beibehielten
- und z. Bsp. die Apachen, die zusammen mit den Navajos seit dem 13. Jahrhundert von Nord nach Süd wanderten und ursprünglich Jäger waren.
Die östlichen Apachen wurden stark von der Plains- und Pueblokultur geprägt.


Eine weitere grosse, flächenmässig am weitesten ausgehnte Sprachgruppe ist die der Algonkin, aus der so bekannte Begriffe wie Manitou, Squaw, Tomahawk, Wampum und Wigwam stammen, die in der Abenteuer- und Indianerliteratur als Begriffe für Gott, Frau, Kriegsbeil, Muschelgürtel und Behausung aller Indianer benutzt wurden. Ihr Gebiet reichte von den nördlichen Plains und den Neuenglandstaaten bis zum östlichen Kanada, den Mittelwesten inbegriffen. Zu ihren bekanntesten Vertetern gehören
- die zur Plainskultur zählenden Stämme der Arapaho, der Blackfoot, der Cheyenne und der Plains-Cree
-in der Waldlandkultur u.a. die Delawaren, Mohikaner (eigentl. Mahican), und die Shawnee (mit ihrem berühmten Häuptling Tecumseh), sowie die  Ottawa vom Gebiet der grossen Seen.
Desweiteren zählen zu dieser Sprachgruppe
- die subarktischen Montagnais in der heutigen kanadischen Provinz Quebec, die Naskapi auf Labrador, die Ojibwa , bei denen jedoch trotz subarktischer Region der Einfluss der Präriekultur unverkennbar war und andere.
Die mit am meisten gesprochene Sprache ist die siouanische. Ihr Verbreitungsgebiet ging ursprünglich vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains. Das Wort Sioux (gespr. Sjiu) ist eine französische Abwandlung des Ojibwa-Wortes Nadowe-si-weg, das  "kleine Schlangen" bedeutete und  ihren Feinden, den Dakotas, galt. Damit haben wir gleich die bekanntesten Vertreter dieser Sprachgruppe, denn die Dakota werden in der Abenteuer- und Indianerliteratur häufig als Sioux und damit auch als die typischen Indianer überhaupt bezeichnet. Dabei waren die uns Durchschnittseuropäern so bekannten "echten" Plainsindianer wie Sitting Bull, Red Cloud und Crazy Horse eigentlich Lakotas (Teton Sioux) die westliche Stammesgruppe der Dakota (Santee Sioux), zu denen auch noch die Nakota (Yankton und Yanktonai Sioux) gehörten.
Unter den Sioux sprechenden Stämmen gab es sesshafte Bodenbauer, wie die Mandan und Hidatsa, halbsesshafte Vertreter wie die Omaha und auch die rein nomadisierenden Bisonjäger wie die Lakota, Crow und Assiniboin. Sie alle zählten zu den Indianern der Plainskultur und ihr Leben war meist entscheidend vom Bison geprägt.


Bei der irokesischen Sprachgruppe kann man feststellen, dass sie von viel mehr Stämmen als den 6 Mitgliedern des Irokesenbundes (Mohawk, Oneida, Onondaga, Seneca, Cayuga und Tuscarora) selbst gesprochen wurde. Die irokesische Sprache wurde auch von den Huronen, den Cherokee, den Erie und anderen Stämmen benutzt. Ausser den Tuscarora und Cherokee waren sie alle Verteter der Kultur des Waldlandes.
Die Muskhogeesprachfamilie im südöstlichen Nordamerika soll wegen ihrer geschichtlich bedeutungsvollen Stämme wie den Seminolen (bekanntester Vertreter war z.B. Osceola), Choktaw und Creek genannt werden. Man bezeichnet sie mitunter auch als Golfküstensprache. Zu den Muskhogee-Sprachen zählt auch die nicht mehr gesprochene Sprache der berühmten Natzchez. Zum Schluss unserer kleinen Sprachreise möchte ich noch die grosse Gruppe der Uto-Aztekisch sprechenden Stämme im Westen und Südwesten Nordamerikas sowie in Mittelamerika erwähnen. Zu ihr zählen u.a. die Bannock, Paiute, Comanchen, Shoshonen, Ute, Hopi, Kiowa.
Wie anfangs erwähnt gibt es bei den Ureinwohnern Nordamerikas ca. 50 Sprachgruppen mit 200 verschiedenen Sprachen und noch mehr Dialekten, also kann diese Aufzählung nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt indianischer Sprachen als Unterscheidungsmerkmal geben.


Wodurch unterscheiden sie sich noch?
Durch ihre Art des Wirtschaftens, ihre Wirtschaftsform, diese überaus wichtige Tätigkeit, die das gesellschaftliche, religiöse und geistige Leben der Menschen (aller Menschen) bestimmt bzw. formt. Eigentlich wäre es leicht, die Ureinwohner einfach nach ihrem jeweiligen Nahrungserwerb einzuteilen, aber es gab im damaligen Amerika keine "reine" Wirtschaftsform, die andere Formen ausschloß. Denn durch ihre mehrfach erwähnten Wanderungen über den gesamten Kontinent haben sie oft Teile ihrer vorherigen Art des Zusammenlebens in die neue Situation mit integriert. Dadurch ergaben sich vielleicht Wirtschaftsformen gleichen Charakters, aber mit völlig anderem kulturellen Hintergrund.
Es konnte z.B. sein, daß man von der Seßhaftigkeit der Bodenbauer durch Einzug in die Plains zu der halb-nomadisierenden Form der Jäger wechselte und dabei Elemente des Bodenbaus mit übernahm, wenn es das Klima zuließ; dies ist u.a. bei den Omaha geschehen, die mit der Übernahme durch das Pferd verstärkt die Büffeljagd betrieben. Eine dieser Wirtschaftsformen ist die der Sammler und Jäger, die älteste uns bekannte Form der gesamten Menschheit. Das Sammeln von Wildpflanzen und Früchten, Kleintieren, Insekten, Eiern u.a. wurde überwiegend von den Frauen betrieben und war eine sichere Ergänzung zu dem Jagdertrag der Männer. Menschen, die "wahllos von der Hand in den Mund" lebten, hat es so in Amerika in nachkolumbianischer Zeit nur sehr wenige gegeben und selbst diese besaßen schon das Feuer, wußten Bescheid über die Reifezeit und den Standort eßbarer Pflanzen. Die Völker der Sammler und Jäger kannten schon eine relative Regelmäßigkeit. Die günstigen Klima- und Naturbedingungen in einigen Teilen Nordamerikas (z.Bsp. Kalifornien) erlaubten sogar eine planmäßige Ernte und Konservierung bestimmter Nahrungsmittel, wie die Eichel oder der wilde Reis. Dies führte zu einer eigenständigen Wirtschaftsform, die der Erntevölker.


Erntevölker: Wie überall auf der Welt gibt es auch in Amerika Gebiete, in denen eine oder mehrere Pflanzenarten in so großen Mengen vorkommen, daß sie zur Grundlage eben dieser Wirtschaftsform geworden sind, die z.T. eine relative Seßhaftigkeit ehemals nomadisierender Völker bewirkte. Die Erntevölker vertreten eine Wirtschaftsform, die irgendwo zwischen Sammlern und Jägern einerseits und den Bodenbauern und Viehzüchtern andererseits steht. Zu den Erntevölkern gehören z. Bsp. die Ojibwa und Winnebago der Waldlandkultur, die den Wildreis ernteten, ohne ihn jemals planmäßig auszusäen. Ein zweites großes Gebiet der Erntevölker war Kalifornien, wo die Eichel das wichtigste Nahrungsmittel dieser Menschen darstellte. Sie wurden geschält, zerrieben, getrocknet, durchgesiebt, ausgelaugt und wieder getrocknet. Pomo, Yuki, Miwok, Hupa, Maidu sind solche kalifornische "Eichel-Stämme". Die Jagd als Wirtschaftsform dominierte in Nordamerika in der kombinierten Jagd- und Sammelwirtschaft. Die Stämme dieser Wirtschaftsform, deren Hauptnahrungserwerb die Jagd war, stellten meist halbseßhafte oder nomadisierende Völker dar. Die uns bekannte Büffelkultur war geprägt von der Wanderung zu verschiedenen Plätzen, um so dem Büffel folgen zu können und bestimmte sogar  die Kultur und Religion dieser Stämme. Allerdings gab es kaum Völker, die ausschließlich von der Jagd lebten, denn das Sammeln von Pflanzen, Wurzeln, Früchten u.a. spielte immer eine, wenn auch manchmal sehr untergeordnete Rolle. Die Jagd wurde zumeist von den Männern praktiziert und reichte von der Einzel- bis zur gemeinsamen Jagd. Nicht unerwähnt lassen sollte man das Fischen, denn die "Jagd" auf Fische und Meeressäuger war bei einigen Völkern der bestimmende Teil des Nahrungserwerbes, wie z.B. bei den Stämmen der Nordwestküste. Die einfachste Fangmethode bestand im Ergreifen mit der Hand im flachen Wasser. Im Waldland erschlug man die Lachse mit der Hand. Speer, Pfeil oder Harpune als Fischfanggerät gab es bei fast allen Stämmen. Auch das Betäuben der Fische bei den Irokesen u.a. oder das Ersticken der Fische im Süßwasser mit Walnusswurzel (im Südwesten) gab es. Gefischt wurde auf vielerlei Art und auch fast überall, wobei es einige Stämmer gab, die keinen Fisch aßen (z.B. Navajo, Apachen).


Die wohl am weitesten verbreitete Wirtschaftsform war der Bodenbau. Außer bei den Fischervölkern der Nordwestküste, sind die Vertreter aller hoch- und höchstentwickelten Kulturen Amerikas Bodenbauer gewesen. Ursprung des Bodenbaus war Südamerika. Er entstand durch die besondere Pflege einstiger "Erntepflanzen", die über Generationen hinweg immer mehr kultiviert wurden. Die klassischen amerikanischen Anbaupflanzen sind der Mais und die Maniocknolle, wobei der Manioc fast ausschließlich in Südamerika anzutreffen ist, während der Mais in beiden Teilen wächst. Die nordamerikanischen Bodenbauer haben überwiegend Mais angebaut, wobei Bohnen, Kürbisse und andere Sorten zuweilen auch von großer Wichtigkeit waren. Der Mais spielte eine so wichtige Rolle im Leben einiger Stämme, daß er einen regelrechten Maiskult hevorbrachte.Die meisten Bodenbauer Amerikas waren allerdings nicht nur Bodenbauer, sondern praktizierten auch die Jagd, die Ernte und das Sammeln. Dort, wo der Ackerbau die dominante Wirtschaftsform darstellte, waren ihre Mitglieder seßhaft; zu deren Kulturgut gehörten u.a. die Keramikherstellung und die Webkunst, feste Behausungen enstanden und das gesellschaftliche Leben nahm oft einen anderen Stellenwert ein. Die karge Landschaft der Plains, das kalte Klima des Nordens und der übergroße Nahrungsvorrat in Kalifornien ermöglichten bzw. erforderten dort keinen Bodenbau. Eine Wirtschaftsform hat es in beiden Teilen Amerikas in vorkolumbianischer Zeit und auch danach kaum gegeben, die Viehzucht. Die Schafe der Navajos waren von den Spaniern gestohlen und dienten der Wollgewinnung für die Wollweber und Teppichknüpfer; die Pferde, die von vereinzelten Stämmen erfolgreich gezüchtet wurden, fing man lieber ein oder stahl sie. Viehzucht, wie sie in der Alten Welt betrieben wurde, hat es bei den Indianern nicht gegeben.
Abschließend sei noch einmal betont, daß es in Nordamerika fast nur gemischte Wirtschaftsformen gab, die einem festen Jahreszyklus unterworfen waren, der sich aus dem Maisanbau im Frühling, dem Sammeln von Beeren, dem Ernten von wildwachsendem Reis im Sommer, der Maisernte im Frühherbst und der Jagd im Winter zusammensetzen konnte.
Auch die Einteilung der Indianer Nordamerikas nach ihrer Wirtschaftsform kann bei der Vielfalt des Wirtschaftens nur  ein grober Überblick sein und sollte nicht als das Unterscheidungsmerkmal betrachtet werden.


1 Südosten
2
Südwesten
3
Plains
4
Großes Becken
4a
Plateau
5
Kalifornien
6
Nordwestküste
7
subarktische Region
8 arktische Region
9
Nordosten


Wodurch unterscheiden sie sich noch?
Die Hunderte von Eingeborenenkulturen in Nordamerika lassen sich zu verschiedenen Zonen mit relativ ähnlichen Kulturen zusammenfassen, wobei hier die Ausnahmen sprichwörtlich die Regel bestätigen. Je nachdem wie man sie einordnet oder unterteilt, könnte man für Nordamerika zehn Kulturzonen unterscheiden, von denen ich aber nur auf einige näher eingehen möchte und die anderen nur kurz erwähne.
Die Zonen fallen meist mit begrenzten Gebieten mit ähnlichen klimatischen, kulturellen und historischen Gegebenheiten  zusammen. Bei dieser Einteilung muß man aber immer nur einen bestimmten Zeitraum berücksichtigen, da durch die schon oft erwähnten Wanderungen die einzelnen Stämme in verschiedene Kulturzonen zu verschiedenen Zeitabschnitten zugeordnet werden müssen, z.Bsp. die Dakota, die  Anfang  17.Jahrhundert noch zur Waldlandkultur zählten, jedoch 60 Jahre später zur Präriekultur gehörten. Für die Bestimmung eines Kulturareals ist außerdem nicht nur der wirtschaftlich-kulturelle Typ ausschlaggebend, sondern auch der Charakter der Menschen, die durch ihre Umweltbedingungen und gesellschaftliches Leben Ähnlichkeiten in der Kultur- und Lebensweise aufweisen. Nordosten (östliches Waldland): Ein vom oberen Mississippi bis zur Mündung des St.-Lorenz-Stromes im Norden und bis zur Südgrenze von Virginia und Kentucky reichendes Gebiet. Vor der Invasion durch die Weißen gab es hier riesige Wälder mit viel Wildreichtum. Die Bewohner dieser großen Region lassen sich nochmals in drei große Gruppen unterteilen: die Küsten- oder östliche Algonkin (Wampanoag, Mohikaner, Delawaren), die Irokesen im zentralen Teil, dem Gebiet der St.-Lawrence-Niederungen (Irokesenbund, Huronen) und die Zentral-Algonkin im Gebiet der großen Seen (Sauk, Fox, Kickapoo). Alle Stämme dieser Gegend, abgesehen von den Erntevölkern (Ojibwa u.a.), sowie die Abnaki betrieben Bodenbau. Es wurden mehr als 200 Wildpflanzen angebaut, das durch die Jagd erbeutete Wild war eine willkommene Nahrungsergänzung. Fischfang und Wildpflanzenernte (z.Bsp. der wilde Reis) spielten dagegen eine entscheidende Rolle. Wesentliche gemeinsame Charakteristika dieser kulturell doch recht unterschiedlichen Zone sind die des Fischfangs, des Gartenfeldbaus, des Lebens in meist befestigten Dörfern, die der rituellen Opferung oder Folterung von Gefangenen und die des matrilinearen Verwandschaftssystem. In diesem Gebiet vorkommende Wohnformen waren u.a. Langhäuser mit Giebeldach (Irokesen) oder Wigwams (die meisten Algonkins). Das Kanu war ein wichtiges Transportmittel in diesem wasserreichen Landstrich.


Nordwestküste: zeichnet sich durch ein niederschlagsreiches, mildes Klima und dadurch eine große Palette von Nahrungsressourcen aus. Das Gebiet vom Columbia River über die Küstenregionen von British Columbia bis hinauf nach Alaska brachte mehrere eigenständige Kulturen hervor, die sich zum Teil deutlich unterschieden. Sie werden der Einfachheit halber nach ihren Sprachen eingeteilt. Im Norden lebten die Tlingit, nach Süden gehend u.a. die Haida, Bella Bella, Kwakiutl, Nootka, Quinault, Küsten-Salish, Chinook und unten die Takelma. Diese Stämme zeichneten sich im Unterschied zu den anderen vor allem durch ihren spezialisierten Fischfang und ihre Meerestierjagd aus, die fast ausschließliche Nahrungserwerbquelle darstellten. Die Lachse wurden am meisten gefischt, aber auch Hering, Heilbutt und Dorsch. Die Jagd auf Robbe, Seeotter, Seelöwe und Tümmler war fast überall verbreitet, auf Walfang gingen Nootka und Makah. Wildpflanzen, Beeren, Wurzeln ergänzten die Kost, vor allem in ertragsarmen Lachsjahren. Die Jagd auf Landtiere hatte nur eine untergeordnete Bedeutung.Die im Sommer konservierten Nahrungsmiitel spielten eine wichtige Rolle, da sie den Indianern dieser Kulturzone ähnlich den Bodenbauern die Nahrungssuche im Winter ersparte. Die Bevlkerungsdichte in diesem Gebiet Nordamerikas war dank der Umweltbedingungen relativ groß. Die Menschen der Nordwestküste lebten in zahlreichen, kleinen Dörfern am Meer und an den Ufern von Flüssen. Sie bewohnten die dem Meer zugewandten typischen fensterlosen Plankenhäuser mit Giebeldach, die ca. 15m lang und 10m breit waren. Das Plankenboot war Haupttransportmittel und ermöglichten neben der Jagd auf dem Meer den Handel und den sozialen Austausch zwischen den Dörfern. Hauptlieferant aller Gebrauchsgegenstände, Waffen, Behausungen u.a. war Holz, aber auch Knochen und Geweih. Die Kunst der Nordwestenküstenindianer war eine funktionale, es gab keine Kunst um der Kunst willen. Sie umgaben sich immer mit Produkten ihrer schöpferischen Ausdruckskraft, was sich in all ihren Alltagsgegenständen niederschlug. Dabei schufen sie spektakuläre Meisterstücke, wie z. Bsp. ihre berühmten Totempfähle, die Chilkat-Decken oder die kunstvoll bearbeiteten Geäte aus Jadeit, Obsidian u.a.
Das soziale Gefälle der Indianer der Nordwestküste war schon relativ groß. Es gab Arme und Reiche, Sklaven und Häuptlinge, den Besitz an Grund und Boden, Fisch und Sammelplätzen. Die geringen Sorge um Nahrung bedingte eine gesicherte ökonomische Basis, die wiederum ermöglichte es, Spezialisten aus der Nahrungssuche auszugliedern und für die Erschaffung von Kunstwerken freizustellen. Die von ihnen geschaffenen Kunstwerke (die bei den bekannten Potlatch-Festen verschenkt wurden und so der Bedarf ständig stieg) dienten dem Image- und Machtstreben einiger weniger. Der Familiensinn war bei diesen Menschen sehr ausgeprägt. Südwesten: Kulturzone mit Steppen- und Wüstencharakter, wo kaum Bodenbau möglich war, außer an den großen Flüssen und in den mittleren Höhenlagen. Sie umfaßt annähernd Bundesstaaten von Arizona, New Mexico in den USA und Teile von Sonora und Chihuahua in Mexico. hinzugehören kleine Teile von Colorado, Texas, Utah und Sinaloa, einschließlich der Halbinsel Baja California. Der Südwesten ist ein Beispiel dafür, das in einem gographisch ähnlichem Gebiet die Menschen kulturell sehr verschieden sein können. Eine Gruppe umfaßt z.B.
- die Bodenbauer (1.Pueblobewohner wie Hopi, Zuni, 2.Colorado-River-Bewohner wie Mohave, Cocopa, 3. Gila-Becken-Bewohner wie Pima).
Eine weitere Gruppe sind
- die Sammler und Jäger (Yavapai, Walapai, Seri)
und die dritte Gruppe vertraten
- die Apachen und Navajo der Athapasken-Sprachgruppe. Die ethnischen Unterschiede in diesem Gebiet sind historisch und ökonomisch bedingt sehr groß, aber es sind die Indianer hier, die dem Gebiet seine kulturellen Grundlagen gaben. Im Unterschied zu anderen Regionen Nordamerikas haben hier mehr als 25 indianische Gruppen die "weiße Invasion" überstanden und dabei ihren angestammten Platz zu behauptet. Die Menschen dieser oft unwirtschaftlichen, rauhen Region zeichnet eine besonders tiefe Verbundenheit mit ihre Heimat, ihrer Mutter Erde aus. Wirtschaftlich gesehen spielte das Sammeln eßbarer Pflanzen die wichtigste Rolle. Für die Ackerbau betreibenden Stämmer waren die Wildpflanzen nur ein willkommenes Zubrot. Hauptkulturpflanze ist der Mais, desweiteren wurden Bohnen, Kürbisse u.a.angebaut. In jüngerer Vergangenheit kam der Tabak- und Baumwollanbau hinzu.Gejagt wurden Hirsch, Bär, Kaninchen und die Stämme der Küste fingen kleine Meerestiere. Die Indianer des Südwestens kannten verschiedene Wohnformen, wie z.Bsp.
- die Wickiups (kuppelförmige Hütten, bestehend aus einem Gerüst aus Ästen, über das aus Gras geflochtene Matten gelegt wurden),
- die Wattle and daub (mit einem Geflecht aus Zweigen verbundene Pfähle, die mit Schlamm beworfen waren und mit Gras oder Schilf abgedeckt)
- Hogans (oft 8-eckiges Haus der Navajo , bestehend aus Bäumstämmen, mit Lehm abgedichtet)
- Pueblo (terassenartig gestaffelte Häuser aus mit Lehm verbundenen Steinen, die nur über Öffnungen durch das Dach mittels Leiter zu erreichen waren).
Als Transportmittel benutzten die an den Flüssen lebenden Indianer Binsenflöße, ansonsten waren Tragkörbe und -netze im Gebrauch.
Die kulturelle Vielfalt dieser Region brachte viele künstlerische und handwerkliche Aktivitäten hervor, wie Töpferei, Korbflechterei und Weberei. Die Puebloindianer entwickelten auf Grund ihrer jahrhundertelangen Seßhaftigkeit ein hohes, kollektives Zeremonialwesen.


Plains/Prärie: Das Land der Sonne und des Windes und des Grases. Die Plainskultur war ja, wie eingangs schon erwähnt, die kürzeste Kulturperiode und auch nur durch Expansion der Weißen nach Westen möglich. Die Bewohner hier waren in den östlichen Prärien die halb-seßhaften Bodenbauer und in den trockeneren westlichen Plains die nomadiesierenden Jäger. Bei den Plainsstämmen bedeutete der Büffel alles, was den Indianern dort wichtig war, angefangen bei der Nahrung über viele Gebrauchsgegenstände bis hin zur Kleidung. Er war den Indianern so wichtig, daß er auch das religiöse und kulturelle Leben entscheidend beeinflußte. Reine nomadiesierende Vertreter der Plains waren die Blackfoot, Cheyenne, Teton u.a. Wichtigstes Transportmittel seit seiner Verbreitung war das Pferd, vorher in den "alten Büffeltagen" der Hund. Gelebt haben diese Nomaden im Tipi, einem kegelförmigen Zelt aus Leder, später aus Leinenstoff, das sich sehr schnell abbauen und bequem transportieren ließ.
In der Prärie lebten die Indianer nicht nur von der Büffeljagd und dem Sammeln von Wildpflanzen, sondern sie betrieben auch unterschiedlich stark Bodenbau. Es gab halbseßhafte Vertreter wie die Omaha (die im Sommer den Büffel jagten und imTipi wohnten und im Winter in ihre Erdhäuser zurückkehrten) oder Pawnee (die erst nach der Einführung des Pferdes halbnomadisch wurden) und seßhafte Vertreter wie Hidatsa und Mandan, die Mais anbauten, lebhaften Handel mit Plainsindianern trieben und in kuppelartigen Erdhäusern lebten.
Da der Büffel das meist gejagte Wild war, gab es strenge Jagdgesetze bei den meisten Stämmen, die dem Erhalt der großen Herden dienten. Viele Stämme hatten eigens für die Büffeljagd eine Büffelpolizei, die die sommerliche Jagd organisierten und beaufsichtigten. Südosten: Kulturzone, die sich südlich dem Waldland anschließt und im Westen vom Mississippi begrenzt wird. In diesem warmen, gastlichen Gebiet mit Mischwäldern waren die Bewohner überwiegend Ackerbauern. Es ist einstige Heimat der Creek, Cherokee und Natchez. Hier lebten die ersten Indianer Nordamerikas, die mit Weißen Kontakt hatten. Der Maisanbau war Hauptnahrungserwerb, wobei das Sammeln von eßbaren Wildpflanzen eine wichtige Rolle spielte und auch Jagd und Fischfang willkommene Abwechslung bei den Nahrungsmitteln brachten. Die Wohnformen waren unterschiedlich. Während die Creek eine Art Blockhütte bewohnten, waren die Hütten der Seminolen z.Bsp. nur Schutzdächer ohne Wände mit 8 Pfeilern, auf denen das mit Palmblättern gedeckte Giebeldach lag. Eine andere Wohnform waren  die Wattle and daub-Hütten, die typische Behausung der Indianer der Mississippi-Kultur. Die Dörfer wurden zum Schutz meist mit Palisaden umgeben. Als Transportmittel benutzte man für kurze Strecken beispielsweise Rohrflöße, ansonsten den Einbaum, der bis zu 20 Mann faßte. Typische Waffen in dieser Kulturzone waren Pfeil und Bogen, Lanze, Blasrohr, Keule und Schild. Früher war in diesem Gebiet ein hohes Maß an Kunstfertigkeiten zu verzeichnen, Schnitzerei, Keramikherstellung und Perlenstickarbeiten. Die Seminolen fertigten ausgezeichnete Patchworkarbeiten an.
Die kulturell am höchstentwickelten Menschen dieser Region, die Natchez, befanden sich bereits im Übergang zum Staat, hatten schon betonte, erbliche Klassenunterschiede, die gelegentlich als Kastensystem bezeichnet wurden, da Mitglieder der höheren Klassen nur Mitglieder der niederen Klassen heiraten durften und somit eine strenge soziale Trennung gar nicht möglich war.


Plateau: Hier lebten vor allem nomadisierende Sammlervölker (Flathead, Nez Percé, Klamath, Modoc und viele mehr), da das Gebiet aus Halbwüsten im Süden, dichten Nadelwäldern im Norden und Bergen keinen Bodenbau ermöglichte und auch Fisch (außer in den Flussgebieten) und Wild nicht in großen Mengen vorhanden war. Das Leben war meist einfach, die Nahrung bestand aus Wurzeln (Camas), Beeren, Samen, Fisch (Lachs u.a. ) und Wild (Rotwild, Elch, Bär u.a.). Wohnformen waren hier zeltartige Hütten mit Mattenbedeckung im Sommer und runde Erdhäuser im Winter. Fortbewegungsmittel war der Einbaum (Kutenai) und Schneeschuhe. Der Handel mit den Menschen der Plains und Nordwestküste brachte eine teilweise Übernahme von deren Kulturelementen mit sich. Grosses Becken: In dieser trockenen Region, in der Hitze genau so selbstverständlich war wie Kälte, lebten die Menschen (Shoshone, Paiute, Ute, Bannock u.a.) als Nomaden, die sich hauptsächlich von wilden Samen, Wurzeln, kleinen Tieren und Insekten ernährten. Ihre Wanderungen war periodisch, um die wenigen Nahrungsressourcen optimal ausnützen zu können. Im Sommer lebten sie in Wickiups (siehe oben) und im Winter in Behausungen aus Baumstämmen. Die Kultur dieser Völker war gemäß ihrem harten Leben recht einfach. Die Gruppen der nördlichen Shoshoni und Gosiute gingen nach der Verbreitung des Pferdes zum Teil zur Plainskultur über, während die Paiute z. Bsp. die Pferde lieber aßen. Mythen spielten in dem religiös wenig ausgeprägten Leben dieser Völker doch eine gewisse Rolle.


Kalifornien: Dieses Kulturareal entlang der Pazifikküste unterschied sich von den anderen Sammlervölkern dadurch, das der große natürliche Nahrungsvorrat keinen Bodenbau erforderte und zur eigenständigen Form der Erntevölker überging. Möglich machten dies die freundlichen Umweltbedingungen mit ihrem günstigen Klima, den ausgedehnten Eichenwäldern und den fruchtbaren Landstrichen. Die Menschen (Maidu, Miwok, Yokut, Yuma, Pomo, Karok u.a.) hier lebten zumeist vom Sammeln der Eicheln, aber auch von Nüssen und Früchten, Wurzeln, Samen u.a. Wildpflanzen. An der nördlichen und südlichen Küste gab es zudem reichlich Fisch (Lachs) und Muscheln, während dessen die Inlandstämme ihre Kost mit Wild (rotwild, Hase und Vögel bereicherten. Die Kegeldachhütte war die am meisten verbreiteste Wohnform. Die Korbflechterei stellte technisch und künstlerisch das Beste dar, was Erntevölker schufen. Die Bevölkerungsdichte war aufgrund der übergroßen Nahrungsquellen sehr hoch. Subarktis: Dieses große nördliche Transkontinentalgebiet, das den südlich der Tundrazone angrenzenden Nadelwalgürtel umfaßt, war ein Land mit knappen Nahrungsressourcen, daß durch sein kaltes, unbeständiges Klima keinen Bodenbau zuließ. In der Vergangenheit lebten die Menschen nur an den Flüssen und Seen dieser Region und erst mit der Verwendung der Schneeschuhe wurden die Wälder weiter nördlich erschlossen. Trotz großer Entfernungen in diesem Gebiet waren sich die Indianer in ihrer fast einheitlichen Wirtschafts- und Lebensweise ähnlich. Es herrschte die kombinierte Fischerei- und Jagdwirtschaft vor. Der Karibu war Jagdtier Nr. 1, aber auch Elch, Bär, Waldbison und kleinere Tiere (Biber, Hasen, Füchse) wurden erbeutet. Gesammelt wurden Beeren, Ahornsirup und Blattpflanzen. Als Wohnformen gab es das mit Fell oder Rinde bedeckte Stangenzelt, der Wigwam und z. T. auch in die Erde vertiefte Giebeldachhäuser. Der Pelzhandel mit den Europäern hatte tiefgreifende Veränderungen im Leben dieser Menschen zur Folge, so z. Bsp. das Erlegen der Tiere nicht mehr nur zur Nahrungssicherung, sondern um große Mengen  Felle eintauschen zu können bei den Pelzhandelsgesellschaften.


                                                                           (Quelle:www.indianer.de)








 
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